Peter Zwiersch

So ist das Leben - mein Leben - eben
 

Nachrichten

Corona lockert auch schöne Dinge auf

Wegen des Coronavirus ist die ganze Welt, auch Deutschland und die Niederlande, in eine Krise geraten. Sowohl Unternehmen als auch Einzelpersonen sind von der Krise betroffen. Viele Unternehmen erleben einen Umsatzrückgang von bis zu 100%. Privatpersonen machen sich Sorgen um ihren Arbeitsplatz und/oder ihr Einkommen. Die Regeln und Einschränkungen, die die Regierung zu Recht auferlegt, verursachen auch viel Unannehmlichkeiten und Trauer. Jeden Tag sind die Nachrichten voll davon. In diesen schwierigen Zeiten sieht man auch Unternehmen und Einzelpersonen, die nicht in Schwierigkeiten stecken bleiben, sondern es schaffen, in Lösungen zu denken und zu handeln. Wie kann ich mein Geschäft noch offen halten? Wie kann ich noch Kontakt zu meinen Eltern oder meiner Großmutter und meinem Großvater im Pflegeheim und so weiter haben? Es ist großartig zu sehen, wie viele Unternehmen und Menschen in Lösungen denken und handeln. In diesen schwierigen Zeiten scheinen die Menschen sehr kreativ zu werden und denken nicht in Problemen, sondern in Lösungen. 

 Skye eingeschlafen    

Ralph und Ingrid mussten ihre Deutsche Dogge Skye einschläfern. Sie war noch nicht einmal drei Jahre alt. Für weitere informationen klicken Sie hier

Der Fall der Mauer vor 30 Jahren

Am Samstag, dem 9. November, wird es dreißig Jahre her sein, dass die Berliner Mauer fiel. Hertha BSC, mein Verein in Deutschland, wird an diesem Tag ein Heimspiel gegen Leipzig bestreiten. Speziell für dieses Spiel an diesem besonderen Tag werden sie in dem Trikot spielen, das sie auch 1989 trugen, mit dem Berliner Bären auf der Vorderseite. In Berlin gibt es am 9. November ein großes Konzert mit nationalen und internationalen Künstlern am Brandenburger Tor.

 












Denkwürdige Pressekonferenz Günter Schabowski 

Es ist Donnerstag, der 9. November 1989. Zu Beginn des Abends ist eine Pressekonferenz zwischen Günter Schabowski, dem Schulfreund meines Vaters, und der internationalen Presse geplant. Die Pressekonferenz findet im Internationalen Pressezentrum in der Mohrenstraße in Berlin statt und wird vom DDR-Fernsehen live übertragen. Auf den ersten Blick scheint es eine gewöhnliche Pressekonferenz zu werden. Heute fand die zehnte Sitzung des Zentralkomitees der SED statt. Die SED steht wegen der vielen Demonstrationen, die seit einiger Zeit in den Städten der DDR stattfinden, und wegen der vielen DDR-Bürger, die über Ungarn in den Westen fliehen, unter starkem Druck. In der ersten Stunde geht es um die Reformen innerhalb der Partei, der Wirtschaft und der Gesellschaft. Wenn eine Frage zum neuen Reisegesetz gestellt wird, wird es eine umständliche Antwort geben. Abschließend sagt Schabowski: "Deshalb haben wir heute beschlossen, eine Regelung zu treffen, die es jedem Bürger der DDR erlaubt, die Grenzübergangsstellen der DDR zu passieren" (Deshalb haben wir heute beschlossen, eine Regelung zu treffen, die es jedem Bürger der DDR erlaubt, über die Grenzübergangsstellen der DDR auszureisen). Nach Schabowskis Antwort wird es ein Raunen im Raum geben. Peter Brinkmann, Reporter der "Bild"-Zeitung, fragt, wann der Vergleich in Kraft treten wird. In diesem Moment beginnt Schabowski die Notizen durchzublättern, die er kurz zuvor von SED-Generalsekretär Egon Krenz erhalten hat. "Das tritt nach mijniner Kenntnis ..... ist das sofort, unverzüglich" (soweit ich weiß ..... das ist direkt, sofort) sagt er. Bislang findet alles im Pressezentrum und im DDR-Fernsehen statt. Nach Schabowskis letzter Erklärung gehen die Nachrichten in der ganzen Welt weiter. Wegen der Unklarheit, die nach Schabowskis Antwort entsteht, erfolgt die Berichterstattung in den Niederlanden nur langsam. Wir schauen deshalb das deutsche Fernsehen, um die aktuelle Berichterstattung zu verfolgen. Die unerwartete Berichterstattung führt zu einer großen Verunsicherung der anwesenden Journalisten und der Bevölkerung. Auch die Wachen an den Grenzübergängen scheinen von den Entwicklungen völlig überrascht zu sein. Kurz vor Mitternacht beschloss der Kommandant des Grenzübergangs, die Grenze zu öffnen. Zuerst gab es Unglauben, aber schon bald überquerten Ostdeutsche die Grenze und wurden in West-Berlin mit Applaus empfangen. Wir verfolgen die Nachrichten mit großem Interesse. Es ist schon in den frühen Morgenstunden, wenn wir zu Bett gehen. Donnerstag, der 9. November 1989 ist ein Tag, den wir nie vergessen. Der Geburtstag meiner Halbschwester Evelyn ist am 9. November. Ein schöneres Geschenk hätte sie sich nicht wünschen können. Am nächsten Morgen rufe ich meinen Vater an, um zu hören, wie er den Fall der Mauer erlebt hat. Er ist sehr glücklich darüber, dass die Mauer endlich gefallen ist und er nach seiner Flucht in den Westen wieder mit der Familie vereint ist, die er weder gesprochen noch gesehen hat. Gestern Abend kam meine Halbschwester Evelyn mit den Kindern nach West-Berlin. Sie frühstücken jetzt bei meinem Vater und feiern, etwas verspätet, zusammen mit ihm ihren Geburtstag. Am Freitag, den 10. November fällt das Algemeen Dagblad auf die Fußmatte. Ich bin neugierig auf die Nachrichten über den Fall der Mauer. Ich schlage die Zeitung auf, und auf der Titelseite ist ein großes Bild eines Krans zu sehen, der ein Stück aus der Wand hievt. Ich blinzle ein paar Mal mit den Augen. Ich sehe das gut. Auf dem Teil der Wand, der hochgezogen wird, sind die Buchstaben 'BLICK' und daneben ein Hakenkreuz angebracht. Genau an dieser Stelle haben wir am Samstag, dem 30. September, einen Tag vor dem Marathon, ein Foto von Ger Mastenbroek und Ali und Adrie van Delft gemacht. Wie ist das möglich? Zufall? Das glaube ich nicht. Es musste so sein. Ich wende mich sofort an den Fotografen, der das Bild aufgenommen hat, und bestelle bei ihm einen Abzug. In den nächsten Tagen passiert alles in Berlin. Wir wissen auch, dass mein Vater rechtzeitig geflohen ist. Er fällt immer noch unter die alte Regelung und erhält eine Leistung, die auf der Anzahl der Jahre basiert, die er vom Krieg bis zu seiner Meldung als Flüchtling in West-Berlin im Jahr 1988 gearbeitet hat. Nun, da die Grenze offen ist, werden die neuen Regelungen zu weniger hohen Leistungen führen. Er ist also gerade noch rechtzeitig geflüchtet. 
Am 9. November fiel nicht nur die Mauer, sondern auch die DDR.

Präsentation Autobiographie

Am 19. Januar 2019 war die Zeit endlich gekommen. Nach mehr als vier Jahren des Schreibens und der Arbeit an meiner Autobiographie habe ich sie präsentiert. Die Wahlbeteiligung war groß. Hunderte von Menschen hatten auf die Einladung geantwortet und sich beworben. Leider mussten einige wegen der Grippe absagen, aber am Ende waren über 90 Personen anwesend. Familie, Freunde, Bekannte, Nachbarn und Ex-Kollegen. Sie alle spielten eine Rolle in meinem und unserem Leben und tauchen in meiner Autobiographie auf. Das Treffen hatte einen hohen Wiedervereinigungsgrad. Viele Menschen trafen alte Bekannte und es gab viel Aufholbedarf. Die Atmosphäre war sehr angenehm und alle hatten eine gute Zeit. Während des offiziellen Teils habe ich die Hintergründe der Entstehung meiner Autobiographie, den Ansatz, den Prozess, meine Erfahrungen und eine Reihe von Aspekten erläutert, die mir während des Schreibens aufgefallen sind und an die ich mich erinnere. Dann übergab ich unserem Sohn Ralph das erste Exemplar, das für ihn und Ingrid bestimmt war. Danach bekamen unsere Enkelkinder Demi und Ryan ihr eigenes Buch. Nach dem offiziellen Teil gab es die Gelegenheit, sich weiter miteinander zu unterhalten. Bevor die Leute nach Hause gingen, bekamen sie die Kopie meiner Autobiographie, die sie bestellt hatten. Ich blicke mit großer Genugtuung auf einen gelungenen Nachmittag mit vielen alten Bekannten und vielen positiven Reaktionen zurück. Ich warte gespannt auf die Reaktionen, wenn sie das Buch gelesen haben. Das ist an sich schon eine ziemliche Herausforderung, 296 Seiten (592 Seiten) mit insgesamt 262310 Wörtern.